Import und Export von Biomassasche (WBA) – Sekundärrohstoff für Landwirtschaft, Bauindustrie und Keramik

Biomass-Aschen sind Nebenprodukte, die bei der Verbrennung von naturbelassener Biomasse – beispielsweise Holz, Stroh oder Rinde – anfallen. Als wertvoller Rohstoff einer Kreislaufwirtschaft gewinnen sie zunehmend an Bedeutung: Sie fallen durch den steigenden Anteil von Bioenergie vermehrt an und bieten viel Potenzial zur Vermeidung der Abfalldeponierung.

Einsatzgebiete

  • Landwirtschaft – Rohstoff für Düngemittel
  • Bauindustrie – Straßeninfrastruktur, Schallschutz, Straßenränder sowie Zementherstellung
  • Keramikindustrie – als Fließ- oder Magerungsmittel
  • Chemische Industrie – als Bindemittel bei der Herstellung chemischer Produkte

Einsatz in der Landwirtschaft

Biomass-Aschen sind wertvolle Sekundärrohstoffe für die Land- und Forstwirtschaft – unter Einhaltung der jeweils geltenden Voraussetzungen und Richtlinien. Sie besitzen einen hohen Nährstoffgehalt sowie eine bodenverbessernde Wirkung und können den natürlichen Kreislauf so zurückgeführt werden.

Pflanzenaschen haben einen hohen Anteil an Kalzium und Magnesium, wodurch beim Einsatz eine ähnliche Wirkung wie bei einer Boden-Kalkung erzielt werden kann. Aufgrund des relativ hohen Ca-Gehalts von Holzaschen (zwischen 20 % und 35 %) eignen sie sich – ähnlich wie Branntkalk – auch als Bindemittel zur Bodenstabilisierung und können überall dort eingesetzt werden, wo eine Anhebung des pH-Wertes bei sauren Böden erforderlich ist. Da Pflanzenaschen keinen Stickstoff enthalten, muss dieser zusätzlich organisch oder mineralisch zugeführt werden.

Ein weiterer Vorteil der Nutzung als Düngemittel: Die Asche verliert ihren Abfallstatus, kann somit leichter in den Kreislauf gebracht werden und kommt der Umwelt zugute.

Einsatz in der Bauindustrie

Die Zementindustrie nutzt Biomass-Aschen zur Reduzierung von Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Sie können als Zementklinkerersatz oder Betonzusatzstoff verwendet werden und aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung fossile Kohleflugasche ersetzen, die durch den Kohleausstieg zunehmend knapper wird. Neben Zement werden Biomassaschen auch in der Herstellung von Mörtel, Pflastersteinen oder als Rohstoff für Leichtzuschläge eingesetzt.

Einsatz in der Keramikindustrie

Biomasseasche gewinnt in der Keramikindustrie zunehmend an Bedeutung als nachhaltiger Rohstoff – insbesondere im Zusammenhang mit Kreislaufwirtschaft und CO₂-Reduktion. Sie kann primäre Rohstoffe ersetzen, da sie aufgrund ihrer Zusammensetzung Potenzial als Fließmittel oder Magerungsmittel (mineralische oder organische Zuschlagstoffe wie Sand, Schamotte, Kalksteinmehl oder Spreu/Getreidestängel) in keramischen Massen bietet.

Durchschnittswerte

ParameterEinheitDurchschnittswert
pH-Wert9,5 – 12
Trockenstoff%85 – 95
Zündverlust%1 – 2
Gesamt organisches Karbonatg/kg2 – 10
Gesamt Stickstoffg/kg0
Phosphorpentoxid (P₂O₅)g/kg5 – 8
Calciumoxid (CaO)g/kg50 – 80
Magnesiumoxid (MgO)g/kg6 – 10
Kaliumoxid (K₂O)g/kg5 – 20
Natriumoxid (Na₂O)g/kg2 – 4
Sulfat (SO₄)g/kg2 – 4
Cadmium (Cd)mg/kg TS2 – 4
Chrom (Cr)mg/kg TS25 – 55
Kupfer (Cu)mg/kg TS90 – 130
Quecksilber (Hg)mg/kg TS< 0,2
Nickel (Ni)mg/kg TS15 – 30
Blei (Pb)mg/kg TS150 – 400
Zink (Zn)mg/kg TS500 – 1.000
Kohlenwasserstoff-Index, PCB, PAK, BTEXmg/kg TSjeweils < LQ (limited quantities)
Dioxine und Furanemg/kg TS4 – 9

Rechtliches

Für die Verwertung von Holzasche sind eine Reihe gesetzlicher Vorschriften zu beachten. Bundesrechtlich relevant sind unter anderem das Abfallwirtschaftsgesetz, die Kompostverordnung, die Abfallbilanzverordnung, das Altlastensanierungsgesetz, das Düngemittelgesetz sowie das Forst- und Wasserrechtsgesetz. Seitens der Bundesländer besteht derzeit keine eigene gesetzliche Regelung für den Einsatz von Pflanzenaschen als Düngemittel.